Illegale Einwanderer - 58 Staaten beraten in Rabat über Immigration
![]() |
|
Kanaren - Bilder dieser Art sieht man in den Medien der Kanaren-Inseln jeden Tag. Fast täglich laufen die Flüchtlingsboote die Inseln Gran Canaria oder Teneriffa an. |
Kanaren Nachrichten für den 10.07.2006
Rabat / Brüssel - Vertreter von 58 Staaten beraten über Immigration - Zum aktuellen Thema Immigration und Massenansturm afrikanischer Flüchtlinge auf die Kanarischen Inseln und Ceuta und Melilla - Beim Kampf gegen Schleuserbanden, der Überwachung der Grenzen oder der Rückführung illegaler Zuwanderer müsse die Kooperation intensiviert werden, forderte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Montag bei der Eröffnung einer euro-afrikanischen Ministerkonferenz über Migration und Entwicklung in Rabat. Bei dem zweitägigen Treffen in der marokkanischen Hauptstadt sitzen erstmals Vertreter der EU und der wichtigsten Herkunfts- und Transitländer an einem Tisch. Fast 60 Staaten Europas und Afrikas sowie 15 internationale Organisationen sind auf der Konferenz vertreten.
In der Debatte um die Flüchtlingsproblematik dürften die Ursachen nicht aus dem Auge verloren werden, betonten Redner in Rabat. Dazu zählten Armut, Unterentwicklung und die unsichere Lage in vielen Herkunftsländern. Dies treibe die Menschen dazu, für eine bessere Zukunft in Europa ihr Leben aufs Spiel zu setzen. So sind nach Schätzungen des mauretanischen Roten Halbmonds seit Ende 2005 mehr als 1300 Afrikaner bei dem Versuch ertrunken, an Bord von kleinen Holzbooten die Kanarischen Inseln zu erreichen. Entwicklungshilfe und Menschenrechtsfragen stehen daher auch auf der Tagesordnung der Konferenz.
Zu der Konferenz hatten Spanien und Marokko nach dem
![]() |
|
Seit Jahresbeginn kamen laut Statistik der kanarischen Behörden bereits 10.000 illegale Einwanderer auf den Kanaren Insel an. In der Hauptsache betrifft diese Statistik die Ankünfte auf den Inseln Gran Canaria und Teneriffa. |
Massenansturm tausender Armutsflüchtlinge auf die spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla im vergangenen Herbst aufgerufen. 14 Immigranten kamen damals ums Leben. Algerien als eines der Haupttransitländer blieb dem Treffen allerdings fern. Das Land beharrt darauf, das Thema müsse auf den üblichen Gipfeln zwischen der EU und der Afrikanischen Union behandelt werden.
Bei der Konferenz in Rabat stand nicht nur die Frage im Mittelpunkt, wie die Grenzkontrollen verstärkt werden könnten, um Einwanderer abzuschrecken. Es ging auch darum, wie die Situation in den Heimatländern der Flüchtlinge verbessert werden könnte.
Die EU-Unterstützung für Mauretanien wurde vor allem auf Antrag Spaniens gewährt, da die meisten Boote zu den Kanaren in diesem Jahr von der mauretanischen Küste abfuhren. Laut Ferrero-Waldner sollen die Patrouillen zu Lande und zur See verstärkt werden. Dafür soll das westafrikanische Land vier Spezialboote erhalten. Ferner soll die Rückführung von aufgegriffenen Flüchtlingen in ihre Heimat finanziert werden. Dies schließt Unterkunft und Verpflegung mit ein. Der Europäischen Union zufolge kommen die meisten Flüchtlinge, die in Mauretanien oder Marokko aufgegriffen werden, aus dem Senegal und aus Mali.
Tagesaktuelle Kanaren Nachrichten ab SOFORT auf der Startseite von IslaCanaria.Net
Lesen Sie auch folgende Artikel:Keine ähnlichen Beiträge



