Teneriffa: 57 mutmaßliche Cayuco-Bootsführer im Hungerstreik
Teneriffa, 57 mutmaßliche Bootsführer befinden sich im Hungerstreik. Den
inhaftierten Immigranten wird vorgeworfen, Bootsflüchtlinge im Auftrag von Schlepperbanden über den Atlantik auf die Kanaren gebracht zu haben.
Kanarische Inseln, Teneriffa: Auf jedem Flüchtlingsboot, welches die Kanaren erreicht, vermuten die Behörden zumindest einen verantwortlichen Bootsführer, welcher von den Schlepperbanden in Afrika bezahlt wird. Diese sogenannten 'Patrones' werden nach dem Anlanden auf den Kanaren nicht mit den restlichen Immigranten in Übergangsheimen untergebracht, sondern in Haft genommen. Insgesamt 127 dieser Bootsführer, die nach Ansicht der Behörden Holzboote von Afrika auf die Kanaren gesteuert und dabei Menschenleben aufs Spiel gesetzt haben, befinden sich derzeit im Gefängnis Teneriffa II. Seit dem vergangenen Sonntag (27. Juli) befinden sich 57 von ihnen im Hungerstreik…
Die Gefängnisleitung teilte mit, daß zu Anfang 90 mutmaßliche Bootsführer die komplette Nahrungsaufnahme verweigert hatten. 33 Inhaftierte haben den Hungerstreik bereits nach wenigen Stunden wieder beendet, bzw. wurden von Aufsehern dabei beobachtet, wie sie heimlich in ihren Zellen Nahrung zu sich nahmen.
Derzeit befinden sich 57 der inhaftierten Bootsführer noch im Hungerstreik. Die Afrikaner fordern eine erneute Haftprüfung und eine Freilassung bis zur verhandlung. Viele der mutmaßlichen Patrone wurden von ihren Mitreisenden als Bootsführer identifiziert, bei anderen wiegen die Beweise schwerer, bei ihnen wurden nach der Ankunft auf den Kanaren Mobiltelefone, Funkgeräte und teilweise hohe Geldbeträge gefunden. M.Sch. für IslaCanaria.Net
[sniplet thomascook]
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