Kanaren: Spaniens Innenminister kündigt SIVE-Radar für alle Inseln an
Kanaren: Spaniens Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba kündigt an, dass bis
Ende November '08 alle Kanarischen Inseln mit einem fest installiertem S.I.V.E-System ausgerüstet sein werden.
Spanien, Madrid / Kanaren: Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba kündigte am gestrigen Dienstag (16. September) in Madrid an, dass alle 7 grossen Kanareninseln bis Ende November 2008 ein fest installiertes S.I.V.E.-System (Sistema Integral de Vigilancia Exterior) erhalten werden. SIVE, auf Deutsch: Integriertes elektronisches System zur Außenüberwachung, wird zur Früherkennung von Booten im Küstenbereich eingesetzt. Mit den Sive-Radargeräten kann ein Flüchtlingsboot mit der Grundfläche von zwei mal sechs Metern bereits auf 20 Kilometer Entfernung geortet werden. Das spanische Innenministerium reagierte mit der Zusage auf eine Forderung der Kanaren-Regierung aus dem Jahr 2006, als die Ankunft illegaler Bootsflüchtlinge eine neue Rekordmarke erreichte. Insgesamt wurden in den Jahren 2007 und 2008 mehr als 6 Millionen Euro in die Weiterentwicklung und Aufstockung des SIVE-Systems auf den Kanaren investiert…
Inzwischen verfügen bereits alle sieben grossen Kanareninseln über ein SIVE-Radarsystem, jedoch arbeitet die Guardia Civil auf Teneriffa, La Gomera und El Hierro bislang nur mit mobilen Einheiten. Diese mobilen Systeme sind sehr störanfällig und funktionieren zeitweise gar nicht. Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote hingegen sind inzwischen mit fest installierten SIVE-Einheiten ausgerüstet.
Nach Aussagen des spanischen Innenministeriums geht es bei der Früherkennung der Flüchtlingsboote in erster Linie um die Rettung von Menschenleben, es gehe in keiner Weise um die Abwehr von Flüchtlingen, denn wenn die kleinen Holzboote auf dem Radar erscheinen, sind die Bootsflüchtlinge sowieso schon in Europa angelangt.
SIVE - Sistema Integral de Vigilancia Exterior, zu Deutsch: (Integriertes elektronisches System zur Außenüberwachung)
- ausgestattet mit Radar, Video, Infrarot, sowie Parabolspiegel, überwacht die Küstenbereiche und kommuniziert mit anderen SIVE-Einheiten. Wird ein verdächtiges Schiff von SIVE ausgemacht, geht eine Meldung an eines der Kontrollzentren. Von dort wird dann der Einsatz der jeweiligen Einheit (Erde, Wasser, Luft) koordiniert.
Mit den Sive-Radargeräten kann ein Flüchtlingsboot mit der Grundfläche von zwei mal sechs Metern auf 20 Kilometer geortet werden. Die ebenfalls fest installierten Wärmebildkameras können auf 7,5 Kilometer zwei Menschen voneinander unterscheiden.
Bei einer Ortung wird aus den bemannten Überwachungszentren die Guardia Civil bedarfsgerecht alarmiert.
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